Die gute alte Zeitung

DIE gute alte Zeitung

Alte Zeitungen nutzen – 10 Tipps was du mit alten Zeitungen noch alles machen kannst.

Zeitungen

Jede Woche fliegt in unseren Briefkasten das Heimatblatt und diverse andere kostenlose Zeitungen. Nach kurzem überfliegen landete die immer in der Papiertonne. Seit längerem schon aber sammele ich alte Zeitungen um damit den Biomülleimer auszulegen und mir den Kauf von Papiertüten zu sparen. Da ich immer auf der Suche nach guten Alternativen zu fertigen Produkten bin habe ich ja schon in einem anderen Beitrag über den Ersatz der Küchenrolle geschrieben. Bis dato sind wir alle sehr glücklich mit dem Gebrauch der Küchentücher aber neulich dann der Härtetest: Unser Jüngster hat bei dem Versuch ein Glas Joghurt aus dem Kühlschrank zu holen dieses auf den Küchenfliesen zerschellen lassen. Da stand ich also nun mit meinen Küchentüchern und dachte mir „das geht so nicht mit den ganzen Scherben“!

Wie haben die das früher nur gemacht, in den Zeiten vor der Erfindung von Küchenrolle und feuchten Tüchern??

Und dann fiel es mir wieder ein… Meine Mama hat das Grobe früher erst mal mit der alten Zeitung aufgenommen. Die landete dann mitsamt den Scherben oder anderem Mißgeschick im Abfall. Und da wurde es für mich dann interessant. Was kann die gute alte Zeitung denn noch so?

10 Tipps wofür du eine Zeitung gebrauchen kannst um Plastikmüll und etwaige Fertigprodukte zu sparen:

  1. Eingebranntes auf dem Herd, im Backofen oder Topf kannst du mit nassem Zeitungspapier einweichen um es danach leicht reinigen zu können.
  2. Geschenke lassen sich ganz toll mit Zeitungspapier einpacken oder Geschenkdosen und Tüten basteln. Dazu gibt es zahlreiche Ideen im Netz, einfach mal googlen.
  3. Zeitungen unterlegen beim Kartoffelschälen, Beerenobst verlesen und anderen Küchenarbeiten. Das hält die Küche sauber und die Küchenabfälle können mit der Zeitung zusammengerollt direkt in die Biotonne gebracht werden. Ich lege mir den Herd um die Pfanne herum auch beim Braten mit Zeitungen aus damit nicht alles voll Fett spritzt.
  4. Als saugfähige Unterlage unter der Kleintierstreu, dem Vogelsand oder im Katzenklo ein paar gefaltete Zeitungsblätter in den Boden legen.
  5. Grobe Mißgschicke kannst du zuerst mit alten Zeitungen abdecken und dann aufnehmen. Das kann dann so wie es ist in den Abfall geworfen werden.
  6. Den Biomülleimer kannst du mit alten Zeitungen auslegen. Eine gefaltete zur Verstärkung auf den Boden und dann einfach die Wände hoch die Zeitungsblätter ziehen und um den Rand schlagen. Das saugt die Feuchtigkeit auf und hält den Eimer sauber.
    Nachtrag: Ich versuche das so jetzt auch mit dem Hausmüll. Das meiste was da rein geht ist trocken oder maximal feucht. So spare ich mir auch ENDLICH diese Plastikmüllbeutel, YEAH!!
  7. Zerbrechliches kann mit Zeitungspapier eingewickelt werden um es zu verstauen, jeder kennt das doch vom Umzug.
  8. Die Zeitung kannst du beim Basteln unterlegen oder mit der Zeitung selbst basteln. Nicht nur für Kinder gibt es da tolle Ideen im Netz. Einfach mal googlen.
  9. Überhaupt kann die Zeitung überall dort eingesetzt werden, wo man trockenen Schmutz oder auch leichte Feuchtigkeit auffangen möchte. Ob es die nassen und vermodderten Schuhe sind die man nicht so abstellen möchte oder als Unterlage beim Umtopfen, oder, oder, oder…
  10. Und jetzt kommt’s – Reifegas verströmendes Obst oder Gemüse (zum Beispiel Äpfel) zusammen mit unreifem in Zeitungspapier einwicken, so reift auch unreifes Obst noch nach. Das geht zum Beispiel auch mit den letzten Tomaten aus dem Garten die es nicht mehr ins rot geschafft haben – einfach die Tomaten in Zeitungspapier einschlagen und ein paar Tage liegen lassen da sie zum reifen kein Licht brauchen.

Noch ein Wort zur Druckerfarbe

Man hört es immer wieder, dass die Druckerfarben der Zeitungen gesundheits- und auch umweltschädlich sein sollen. Es stimmt, dass die Druckerschwärze auf Mineralöl oder auch anderen Ölen pflanzlichen Ursprungs basiert, die Schwärze selbst ist Ruß. Dazu kommt ein Kunstharz als Bindemittel. Beim Druck sollen jedoch die Ölanteile verdampfen. Früher enthielt die Druckerschwärze auch Schwermetalle und halogenorganische Substanzen, das ist aber heute nicht mehr der Fall da es durch die Rohstoff Ausschlussliste verboten wurde. Die bunten Pigmente sind künstlichen Ursprungs. Blau enthält zum Beispiel Kupferverbindungen, die jedoch in ungelöster Form vorliegen und im Körper nicht aufgespalten werden. Mit Löse- und Bindemitteln werden die Farben auf dem Zeitungspapier fixiert. Zeitungen werden im Offsetdruck hergestellt und bei diesem Verfahren werden keine Bindemittel mehr verwendet die giftige Stoffe beinhalten. Auch die Lösemittel (meist Mineralöl oder pflanzliches Öl) sollen im Druckprozess verdampfen.

Und was ist mit Mineralölrückständen in Recyclingkartons??

Ich kann mich noch an die Schreckensmeldungen erinnern, als Ökotest in Kartons bzw. dem Inhalt dieser hohe Mengen an Mineralölrückständen maß. Damals kamen die Recyclingkartons in Verruf, da die Rückstände durch die Druckerfarben erzeugt wurden was nur beim Recycling passiert, nicht aber bei der Herstellung von frischem Papier. Das ist leider bis heute der Fall und es gibt auch noch keine Lösung für das Problem der rückstandslosen Aufbereitung von Altpapier. Wie aber passt jetzt meine erste Aussage mit der zweiten zusammen? Der Teufel steckt wie immer im Detail und dieses ist das Druckverfahren. Die Zeitung wird im Offsetdruckverfahren gedruckt, dem Heatset, bei dem unter großer Hitze gedruckt wird und der Ölanteil verdampft. Anders bei Druckverfahren im Coldset. Hier werden die Lösemittel in das Papier aufgesogen. Das gilt vor allem für Magazine und Broschüren und auch die kleinen bunten Werbeblättchen, die du auf keinen Fall wie Zeitungspapier in der Biotonne und nach meinen weiteren Tipps benutzen solltest!!

Es passiert also so, das jegliche Druckereierzeugnisse aus dem Altpapier zusammen recyclet werden und somit auch die Verunreinigung des gesamten Recyclingmaterials stattfindet. Das gilt leider auch für das Ausgangsmaterial Zeitungspapier auf dem gedruckt wird. Auch wenn der Offset und die Farben relativ umweltfreundlich sind, so ist das Zeitungspapier mehrheitlich aus Recyclingpapier hergestellt und trägt die Verunreinigung durch Mineralöl und andere gesundheitsschädliche Stoffe schon in sich. Mal wieder ein Dilemma, auf das ich auch erst durch meine intensive Recherche gestoßen bin. Trotzdem nutze ich Zeitungspapier wie ich es vorgeschlagen habe und achte nur darauf, dass es nicht verzehrt wird und auch in meinen eigenen Kompost landet es nicht.

Zeitungspapier im Kompost und als Lebensmittelverpackung

Zeitungshersteller und auch die Druckereien geben an, dass Zeitungen bzw. ihr normaler Gebrauch nicht gesundheitsschädlich sind. Kompostieranlagen haben keine Probleme mit Zeitungen im Bioabfall und haben diese lieber als zum Beispiel die Biomüllbeutel aus abbaubarem Kunststoff, da diese sich in den kurzen Intervallen der Rotte nicht vollständig zersetzen. Es gibt auch Anleitungen, um aus Zeitungspapier Anzuchttöpfchen zu falten. Ich habe das hier aber nicht als Tipp vorgeschlagen, da ich persönlich meine Pflänzchen trotzdem nicht auf einer Unterlage aus Druckerfarben und Mineralölrückständen vorziehen möche. Und ich möchte diese auch nicht in meine Beete einarbeiten. Mein Obst oder zum Beispiel die grünen Tomaten wickel ich aber schon in Zeitungspapier ein. Die Zeitdauer ist kurz und das Obst oder Gemüse in der Regel trocken. Und vor dem Verzehr wird es natürlich gewaschen so dass etwaige Aufträge wieder abgenommen werden.

1 Kommentar zu “DIE gute alte Zeitung

  1. Pingback: KÜCHENTUCH statt Küchenrolle - WERTstoff.blog

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